SSV Leutzsch
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© Leipziger Volkszeitung vom 29.02.2008

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Uni-Schwimmhalle als Trainingsstätte des Zweitligisten SSV Leutzsch fraglich

Die Leutzscher Wasserballer bangen um ihre Zukunft. Aber nicht, weil der Zweitligist derzeit als Tabellenachter seinen Saisonzielen weit hinterher hinkt. Das größere Problem sind die trüben Aussichten für ihre Wettkampf- und Trainingsstätten. Im April könnte sich die Situation dramatisch verschlechtern, wenn das SSV-Team aus der Uni-Schwimmhalle weichen muss.
Denn am 31. März endet der Vertrag zwischen der Universität und der Stadtverwaltung, an dessen Zustandekommen der damalige Sportbürgermeister Wolfgang Tiefensee großen Anteil hatte. Zugleich wird die neue Schwimmhalle „Sportbad an der Elster“ in der Antonienstraße eröffnet. „Wir haben den Wasserballern zehn Jahre lang die entsprechende Wasserfläche reserviert. Jetzt möchten wir die Uni-Halle für unsere Studenten nutzen“, sagt Siegrun Schulte, Leiterin des Zentrums für Hochschulsport an der Uni Leipzig. Sie meint, dass die Wasserballer nun in anderen Sportstätten üben können.
Die Punktspiele indes seien kein Problem. Diese dürften die Leutzscher an den Wochenenden weiter in der Uni-Schwimmhalle austragen. „Ich hoffe natürlich, dass die Wasserballer ihren Bedarf dafür entsprechend angemeldet haben“, so Schulte weiter.
Holger Maiwald, Vorsitzender des Schwimmsportverbandes Leipzig, bestätigt die kritische Lage für das SSV-Team. „Aber es sind bereits Gespräche geführt worden, wo Zeiten heraus gesucht wurden, die wir der Universität anbieten können. Ihr werden die Wasserflächen, die sie an die Wasserballer abgibt, in anderen Hallen zur Verfügung gestellt.“
Doch es gibt ein großes Problem, diesen Austausch zu verwirklichen. „Die Verträge für die Nutzung der anderen Schwimmhallen sind bereits unterzeichnet. Und Vertrag ist Vertrag“, weiß Maiwald.
Mit der neuen Schwimmhalle in der Antonienstraße kann SSV-Trainer Rainer Schlippe wenig anfangen. „Wir haben diese Halle zwar einmal zum Üben, dabei steht uns allerdings nur die halbe Fläche des 50-m-Beckens zur Verfügung. Das reicht nicht. Als Zweitliga-Mannschaft brauchen wir wenigstens einmal pro Woche eine Wettkampffläche, zum Beispiel für ein Trainingsspiel.“ Genau auf diese greifen die SSV-Akteure jeden Donnerstag in der Uni-Halle zurück. „Wir könnten im Notfall auch auf den Freitag ausweichen.“ Wenn ihm diese Grundbedingung für ein vernünftiges Training genommen wird, ist sich der 53-Jährige nicht sicher, ob er das so hinnimmt. „Es könnte passieren, dass ich nach zehn Jahren alles hinwerfe“, so Schlippe. Torwart Udo Hädicke (33) gibt ihm recht. „Wenn der Zweitligist SSV Leutzsch den Standort Uni-Halle verliert, können wir in Leipzig Wasserball als Leistungssport begraben“, ist sich der langjährige Leistungsträger sicher.
An zwei weiteren Wochentagen begnügen sich die Leutzscher bereits mit anderen Sportstätten, bei denen sie Kompromisse in Form kleinerer Areale eingehen.
Das Problem scheint für beide Seiten unlösbar. Doch Schwimmverbandschef Maiwald setzt auf die Vernunft der Beteiligten. „Um der Uni die Ersatzflächen zur Verfügung zu stellen, brauchen wir die Hilfe der Vereine, darunter auch des SSV Leutzsch, die zum Beispiel irgendwo auch mal eine Zeit zwischen 20 und 22 Uhr abgeben müssten, damit ihre Männer die gewünschten Zeiten in der Sportstätte Mainzer Straße bekommen.“
Maiwald verweist indes auf Vorteile für die Studenten, wenn sie in anderen Leipziger Bädern ihre Bahnen ziehen. „Zum Beispiel diejenigen, die im Wohnheim Süd leben. Die können in die Halle in der Taro-Straße gehen.“ Befragungen haben ergeben, dass die Studenten damit gut leben könnten und nicht auf eine 50-Meter-Bahn bestehen.
Trotz der insgesamt zu geringen Kapazitäten hofft der 47-Jährige auf eine einvernehmliche Lösung. „Weil eigentlich alle Leipziger Schwimmer aufeinander angewiesen sind.“ Zum Beispiel im Sommer, wenn die Uni-Schwimmhalle wegen Sanierung für ein halbes Jahr geschlossen werden muss, und die Universität Kapazitäten der zum Leipziger Schwimmverband gehörenden Vereine benötigt. Norbert Töpfer

Bildunterschrift:

Leistungsträger zwischen den Pfosten: Der Leutzscher Keeper Udo Hädicke pariert den Wurf eines Chemnitzer Spielers. Foto: Hendrik Schmidt